Maria Theresia von Österreich (1717-1780)

Sie wurde am 13. Mai 1717 als zweites Kind von Kaiser Karl VI. und seiner Gemahlin Elisabeth Christina von Braunschweig-Wolfenbüttel in Wien als Maria Theresia Walburga Amalia Christina von Österreich geboren. Nachdem ihr einziger Bruder Leopold Johann noch im Jahr seiner Geburt 1716 verstarb, war Maria Theresia die älteste von drei Töchtern Kaiser Karls VI. der somit der letzte Nachkomme des österreichischen Zweiges des Hauses Habsburg war. Da zum damaligen Zeitpunkt eine weibliche Erbfolge auf dem europäischen Festland gemäß des geltenden salischen Erbfolgerechtes nicht üblich war, hatte Karl VI. bereits 1713 die Pragmatische Sanktion erlassen, die die Nachfolge seiner ältesten Tochter ermöglichte.

Die Frage der Vermählung war ob der besonderen Erbsituation ein wichtiges Thema europäischer Politik. Die Gleichgewichtspolitik schloss einige mächtige Thronfolger, wie beispielsweise Philip V. von Spanien, von der Wahl aus. Schließlich traf Maria Theresia diese Entscheidung selbst und heiratete Franz Stephan von Lothringen, der schon länger am Wiener Hof lebte und den sie daher kannte und schätzte. Die Vermählung fand am 12. Februar 1736 in der Augustinerkirche in Wien statt. Franz Stephan musste auf seine Herzogtümer Lothringen und Bar verzichten, erhielt im Gegenzug 1738 jedoch die Anwartschaft auf das Großherzogtum Toskana.

Obwohl Maria Theresias Vater über eine Anerkennung der Pragmatischen Sanktion in Europa bemüht war, zeigte sich nach dessen Ableben 1740, dass die Thronfolge dennoch sehr gefährdet war, da verschiedene europäische Herrscher nun ihrerseits Ansprüche auf den Thron oder zumindest Teile des Reiches durchsetzen wollten. Die Wittelsbacher begründeten ihren Erbanspruch mit dem Testament Ferdinand I. aus dem Jahr 1543. Die sächsische Dynastie melde Ansprüche auf die böhmische Kurwürde an. Friedrich II. von Preußen sah die unsichere Lage in Österreich als günstig an, um Schlesien seinem Reich hinzuzufügen. Insgesamt standen Maria Theresia Bayern, Spanien, Sachsen, Frankreich, Schweden, Neapel, die Kurpfalz und Kurköln gegenüber, deren Herrscher alle Anspruch auf mindestens Teile des Reiches geltend machten. Unterstützung fand sie nur durch Großbritannien und die Niederlande.

Der Erbfolgekrieg endete 1748, nachdem keine Seite entscheidende militärische Erfolge erzielen konnte, mit dem Frieden von Aachen. Maria Theresia musste dabei noch einmal den Verlust Schlesiens aus den von Preußen begonnenen Schlesischen Kriegen bestätigen, gingen die Herzogtümer Parma und Piacenza und Guastalla zugunsten des spanischen Infanten Philipp von Chinchón verloren. Dennoch war es Maria Theresia trotz der starken Bedrohung damit gelungen, sich als rechtmäßige Thronerbin Karls VI. zu behaupten.